Letzte Tage im Iran / News vom Grenzort Bajgiran      

(Verfasst von Patrik’s Vater anhand diverser SMS und letztem Telefonat vom 28.06.15)

 

Mir gahts guet!

Das waren seine ersten und fröhlichen Worte am heutigen Telefon.

Nun der Reihe nach sein Bericht:

26. Juni

Ich  verliess in der Frühe um 05.00 mein Hotelzimmer, wo der Ventilator in der Hitze auf allen 10 Stufen gleich träg seine Runden drehte….  Die letzte grössere Etappe im Iran über den Asian Highway von Quchan nach Bajgiran  zur Grenze zu Turkmenistan hat sich als eine wunderbare, 100 KM lange Strecke gezeigt.

Ihr glaubt es ja nicht! Mir wurden aus Autos Früchte gereicht; ein Auto wendete und reichte mir eine Schachtel Datteln; ein LKW Fahrer aus der Türkei hat wie irre gehupt als er mich überholte, und wenig später stand der Fahrer auf der Passhöhe am Strassenrand und hatte sein „Tischlein deck dich“ schon bereit! Reis mit etwas Gemüse und Fleisch hat er mit mir geteilt, so lieb! Er sprach etwas Deutsch, so konnten wir uns unterhalten. Wie der Fahrer dann nach seiner Ruhezeit wieder weitergefahren war, musste ich mich nach so viel Gastfreundlichkeit zuerst wieder etwas fangen. Im Nachmittag waren dann noch etwa 50 KM auf ziemlich hügeliger Strecke mit dem einen oder anderen „Pass“ zu überwinden. Doch auch das habe ich geschafft und bin in Bajgiran bestens angekommen.

Ein NEST! Weiss noch nicht wie ich die letzten Tage vor dem Grenzübertritt hier verbringen werde, ohne Internet….. Habe einen Mann nach einem Hotel gefragt: ich stehe ja bereits vor einem solchen Haus! Habe ja das Angeschriebene nicht entziffern können. Der Mann hat mich aber für die Zeit meines Aufenthaltes zu sich nach Hause einladen wollen. Doch ich habe höflich abgelehnt, „meine Freiheit“ wollte ich mir von dieser überaus herzlichen Gastfreundlichkeit nicht nehmen lassen und unabhängig bleiben. Versuche nun einen Laden zu finden für FOOD.

27. Juni

Es ist heute Samstag schon etwas langweilig und so der Tag eben etwas gar lange. Am Sonntag werde ich dann meinen Passpartout auf Hochglanz bringen, ölen, schrauben….. Soll ja beim Grenzübertritt eine gute Falle machen. Habe noch eine SMS abgesetzt und ein Telefonat mit meinem Elternhaus vereinbart. Ich kann mein Iran-Handy nicht mehr laden!!!! Keine Gelegenheit in diesem Kaff!!! So bleiben nur noch wenige Minuten, dann ist der „Ofen“ aus!

28. Juni

Wow! Habe heute noch nach mehrmaligem „Abklopfen“ der Läden einen kleinen Shop gefunden, der mir noch eine alte Telefonkarte zum rubbeln verkaufen konnte! Umgerechnet CHF 7.00 kostete das Ding; wie viele Minuten dass dieses hergibt werden sich zeigen.

Das heutige Telefonat mit den Eltern war ein wirklich gutes und wir verabschiedeten uns bis zum „nächsten Mal“; wann oder ob eine Möglichkeit in Turkmenistan überhaupt besteht, wird sich weisen. Moderne Hauptstadt????

29. Juni

Morgen geht es nun nach Turkmenistan, das ich innert 5 Tagen querenmuss!

Da mir die Turkmenen nicht den gewünschten „Eintrittsort“ erteilt haben, muss ich nun den grossen Umweg über Ashgabat, der turkmenischen Haupt unter die Räder nehmen. Als Cäsarenwahn aus weissem Marmor in der Wüste oder als The City of White Marble wird diese Hauptstadt auch benannt. Ein Besuch im Internet lohnt sich!

Nun sind zusätzliche 276 KM erforderlich. Das schaffe ich mit Passpartout in diesen 5 Tagen nicht, sodass ich auf einen LKW-Fahrer angewiesen bin, der mich ein gutes Stück des Weges zur Usbekischen Grenze mitfahren lässt.

„Dies sei kein Problem“ man müsse sich einen türkischen LKW-Fahrer auslesen, so die Meinung diverser Leute. Mal sehen, sind nun doch in Turkmenistan, quer durch bis zur Grenze von Usbekistan, mindestens total 680 Km abzuspulen.

Morgen früh geht das Abenteuer Grenzübertritt nach Turkmenistan los; gemäss anderen „Pedaltretern“ kann es dauern! 6 Stunden sind schon verzeichnet worden.

Meine eigenen ausführlichen Berichte, inklusive Photos, werde ich wieder selbst verfassen, sobald ich über ein leistungsfähiges Wi-fi verfügen kann. Habt Geduld, es könnte dauern!

Aufgepasst!

Am Donnerstagabend   2.  JULI / 22.25  präsentiert „Aeschbi“ in seiner Promi-Sendung auf SRF 1  „mein  Nepalthesi“, Maria Theresa vom Berner Oberland. Sie war und ist eine meiner wichtigsten Stütze, Ratgeberin, Inspiratorin und Motivatorin auf meiner Veloreise. Sie wird von Ihrer Veloreise nach Nepal packend zu erzählen wissen. Für nicht schweizerische Fernsehgucker ist „Aeschbi“ ein Moderator namens Kurt Aeschbacher, der in seiner wöchentlichen Abend - Sendung jeweils am Donnerstag immer ganz spezielle Leute präsentiert. Nun habe ich sogar noch für Aeschbi  aus dem fernen Iran Gratis - Werbung gemacht!

Herzlich in die Welt hinaus

Kirtap Patrik


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Kommentare: 3
  • #1

    Kirtap (Sonntag, 28 Juni 2015)

    Danke lieber Papi für den Blogeintrag!!! Ich kann über das iPhone die Seite leider nicht selber füttern - keine Mails schreiben - aber das Kommentarfeld ausfüllen mit den letzten MB die ich bei Irancell noch als Guthaben habe einen Kommentar auf der eigenen Seite absetzen geht - ... Komisches Gefühl als Gast auf der eigenen Seite ;-) COOL BIST MEIN WEBMASTER FÜR ALLE FÄLLE - UND NOCH GANZ VIEEEL MEHR!!! Ja unser Telefon heute Morgen war schön und wertvoll!! Und schaut mir ja Äschbi am Donnerstag!! Das Nepalthesi ist eine beeindruckende Frau!! Und seit ich "auf ihren Spuren" unterwegs bin, kann ich mir auch eindrücklich vorstellen wie schwierig es für sie als alleinreisende Frau in gewissen Gegenden gewesen sein muss wo das öffentliche Leben fest in Männerhand ist... CHAPEAU THESI!! Ich hoffe dann mal Gelegenheit zu haben den Auftritt im WWW zu sehen!!! Liebe Grüsse aus Bajgiran Taschen bald gepackt, Gedankenstütze für Zolldrklaration erstellt - Morgen um 05.30 Uhr CH-Zeit geht's los: Reisen ist Arbeit - der Lohn dafür: Viele Emotionen und dankbare Erinnerungen!!! Liebe Grüsse seid behütet!! Patrik Kirtap

  • #2

    Ka (Dienstag, 30 Juni 2015 20:24)

    So lieb von dir Patrik was du über Mth immer wieder schreibst.
    Sie ist grad mit ihrem arbeitskollege auf 1 wöchiger velotour durchs BeO land!
    Was die alles erleben.....
    Sie sind auch mit dem zelt unterwgs und senden 3x täglich ihre erlebnisse....zu einem heli- sowie para gliding flug wurden sie bereits eingeladen.
    Nachzu schauen unter
    www.radiobeo.ch

    Also auch hier ist die gastfreundschaft enorm!

    E liebe gruess zu dir i di angeri wäut ka.
    Danke für deine spannenden berichte, ich freue mich jedesmal darüber.

  • #3

    mariann peter (Mittwoch, 01 Juli 2015 20:30)

    lieber papa von patrik

    ich danke dir (duzen tue ich dich weil ich dich damals in bern kennen gelernt habe beim abschied)ganz herzlich für den "letzten" bericht von kirtap. was wäre der alltag ohne die berichte von sohnemann. dass er nun nicht schreiben kann und du diese "pflicht" übernimmst, finde ich wunderbar. denn die abende lassen sich nicht so leicht beenden ohne noch kirtap gelesen zu haben. ich habe bereits entzugserscheinungen und freue mich auf den nächsten blog, ober er nun von dir "papa" (vielleicht heisst du eric ? ich weiss es nicht mehr) oder von kirtap geschrieben wird. Hauptsache es geht euch beiden/allen gut!
    mit herzlichem gruss und den besten wünschen für die weiterreise und allen denen geduld, um auszuhalten, wenn wir nichts zu lesen haben :-)
    herzlich die, die auf dem zürichsee mit patrik schiffli fährt
    mariann

 

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