13. Mai 2013

Erste Eindrücke von Penang - George Town...

Die Busfahrt von Cameron Highlands nach Penang bzw. George Town verlief problemlos. Pünktlich abgefahren - pünkltich angekommen.

Gute fünf Stunden unterwegs mit einem längeren Halt in Taiping, wo Fahrgäste aus- bzw. zugestiegen sind. Die Eisenbahn hat in Malaysia nicht so viele Linien - daher haben die Busse eine wichtige Funktion für den Personentransport. 

Mein erster Eindruck von George Town war ernüchternd. Industrie, Industrie, Industrie, Einkaufszentren, Einkaufszentren, Einkaufszentren. Ups - und da habe ich drei Nächte gebucht?

OK - abreisen kann ich ja immer noch - nur wohin - Flug nach Bangkok umbuchen...?!!?

Vom Busbahnhof nehme ich ein Taxi zum Old Penang Guesthous in der Love Lane. Nein, das ist nicht das Rotlichtviertel! Nur sonst eine schöne Adresse im alten Stadtviertel, welches von Kolonialbauten geprägt und daher vor einigen Jahren auch zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Einchecken geht ganz flott. Für das dünne Badetuch und den Zimmerschlüssel muss ich 20 RM Depot hinterlegen und kriege dann den Schlüssel zu Zimmer 2. Ups, eine Besenkammer ohne Fenster. Hm, dann lieber doch im Massenschlag mit Fenster. Zurück zur Reception - will ein Zimmer MIT Fenster, zumal im Internet bei der Buchung nicht gestanden ist, dass mein Zimmer kein Fenster habe...

Es gibt keine Einzelzimmer mit Fenster... Hm - ich entscheide mich, den Aufpreis von 75 RM oder eben um die Fr 35.00 total für drei Nächte zu bezahlen und das letzte freie Doppelzimmer mit Tageslicht zu nehmen. OK - dieses ist zur Strasse hinaus - und nebenan ist die Filale des Raggae Guesthouse, in welchem ich in KL den jungen Amerikaner getroffen habe, der .... - und diese Guesthouses sind eher für Partypeople bekannt. Was soll's - das Zimmer ist schön gross, hat Fenster, die ich wegen des Strassenlärms und der Sonne eh nicht werde öffnen können - aber Licht. Und das ist gut so. Und den Strassenlärm kann ich wegstecken.

Etwas irritiert von meinen ersten Eindrücken, die so gar nicht wirklich mit meinen Erwartungen übereinstimmen, mache ich micht mit dem Fotoapparat mal auf durch das Quartier - und da werde ich gleich versöhnt... Vorerst...

Artgerechte Haltung...


Endlich sehe ich mal wieder ein Velo. In Singapore, Kuala Lumpur und den Cameron Highlands habe ich KEIN Velo gesehen...

Dafür hier ein schönes, rotes Velo mit passendem grünen Schloss - und es steht erst noch vor einer netten Cafeteria mit Kunstgalerie und Dessertkarte...

Entscheide mich, mal den Edeltraveller zu geben und hier unter den Arkaden ein Cappuccino zu schlürfen. Die nette, junge Dame an der Theke empfiehlt mir mit einem charmanten Lächeln, dazu den Lemon Pie Surprise - freshly homemade. OK, warum nicht... Wer kann denn dem Charme dieser Bedienung widerstehen - wenn sie etwas empfiehlt, muss es einfach gut sein...!

Ein Kellner bringt mir dann den Cappuccino. Ich warte auf den Lemon Pie, weil eigentlich habe ich Hunger und Gluscht. Hatte noch kein Mittagessen...

Und dann kommt der Kuchen - WOW - was für eine Surprise. Hätte ich so niemals erwartet!!

Sieht nicht nur Lecker aus - er ist wirklich sehr frisch und extrem LECKER! Bisquit mit Passionsfruchtüberzug, das nach Lemon schmeckt und mit filetierten Orangen gefüllt ist. Dazu Erdbeeren und Pfirsiche - und Vanilleeis...

Das ist doch "artgerechte Haltung" wie sie für mich stimmt - einmal alle zwei Wochen... Muss mir gleich noch einen zweiten Cappuccino bestellen...

Den zweiten Cappuccino serviert mir die nette Dame von der Theke mit einem verschmitzen Lächeln - beobachtet von ihrem Kollegen, der mir den ersten Cappuccino serviert hat...

Fühle mich irgendwie unsicher, als sie mir die Tasse hinstellt und checke erst als sie sich wieder entfernt, dass das Schäumchen auf dem Cappucciono ja auch eine Botschaft sein könnte... Auf meinen Ausruf "Oh - Thank you!" dreht sie sich keck um und schickt ein verschmitztes Lächeln über ihre Schultern...

Ob es ein Flirtversuch oder ein Jux war - es wird für immer ein Geheimnis bleiben...!

Aber eine sehr charmante und herzliche Begegnung war es auf jeden Fall...!

Geniesse die Zeit unter den Arkaden, den Dessert-Lunch und den Cappuccino - die Rechnung fällt dann so hoch aus, wie der Kuchen gut geschmeckt hat. Fast so teuer wie eine Nacht im Einzelzimmer ohne Fenster im Old Penang. Aber nur fast so teuer... Oder die Hälfte der Busfahrt von Cameron Highlands nach Penenag. Also so gesehen habe ich mir einen verdammt teuren Einstieg in George Town geleistet. Nein, es geht hier nicht ums Geld - einzig um den Preisvergleich. Doch wo kriegt man sonst ein Herz und ein Lächeln geschenkt... Ausser bei Züri West - oder wie ich aus den Bluewinnachrichten gelesen habe, bei Beatrice Egli...

Eindrücke bei Tageslicht

Nach dem exklusiven Caféerlebnis lasse ich mich durch die Gassen und Strassen von George Town treiben. Es hat sehr schöne, alte Ecken und Häuser. Bin froh, wurde dieses Viertel zum Weltkulturerbe erklärt. So hat es sehr gute Chancen, erhalten zu bleiben. Was hingegen mit den Liegenschaftspreisen seither passiert ist, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen...

Die Hitze am Nachmittag ist erdrückend - ich ziehe mich ins klimatisierte Hotelzimmer zurück und lade Euch die Fotos und die Cafégeschichte hoch. Heute Abend will ich dann wiederum mit dem Fotoapparat in die Stadt. Stelle mir das sehr spannend vor, alle diese Leuchtreklamen und Lämpchen leuchten zu sehen...

Habe mich mit George Town versöhnt und lese nun noch den Reiseführer fertig - es gibt nämlich einiges zu sehen hier. Muss morgen wohl früh raus, um vor der grossen Hitze die weitesten Strecken zu den Sehenswürdigkeiten bewältigt zu haben...

Doch dann setzt da diese ohrenbetäubend laute "Musik" in der Strasse ein. Der Bass wird so stark aufgedreht, dass mein Bett vibriert - ohne Übertreibung... Hätte wohl den Kritiken bei Tripadvisor doch mehr Beachtung schenken sollen. Doch im Father's Guesthouse in Tannah Rata haben sie das Old Penang auch empfohlen... Meine Rückfrage bei der Reception ergibt, das sei halt nun mal so, sie könnten auch nichts machen. DOCH! Sage ich. Sie könnten es ihren Gästen sagen, bevor diese einchecken und für ein Zimmer bezahlen, in welchem sie nicht schlafen könnten. Sie zuckt mit den Achseln, er lacht mich an (um ihm nicht zu unterstellen, er lache mich aus...). Hm - überlege umzuziehen oder, da George Town doch eher übersichtlich, einen Tag früher nach Bangkok zu fliegen. Mal lugen, ob ich den Flug umbuchen kann... Mühsam - schade. Aber so kann es halt auch sein...

 

Old Penang Guesthouse - da wohne ich...

Eigentlich ein wunderbares Gebäude mit speziellem openair Badezimmer Wenn man nach dem Duschen einen Moment in der Dusche stehen bleibt, ist man luftgetrocknet...

Velos in George Town...

Einige Schnappschüsse aus dem Quartier...

Abendspaziergang...

Habe die Quelle des grauenvollen Lärms ausfindig gemacht. Es ist eine Bühne, die drei Häuser weiter steht. Darauf toben sich Künstler gesanglich aus. Erinnerungen an die Darbietung zum Sylvesterabend 2009/2010 in Siem Reap werden wach.... Durch die übermässige Lautstärke, wird die Musik für europäische Ohren auch nicht erträglich... Bin froh, wohne ich nicht im Guesthouse, welches direkt an die Bühne grenzt...

In der Stadt leuchten deutlich weniger Leuchtreklamen als erhofft. Dafür hatte ich ein leckeres Nachtessen von der Starssenküche!..

 

23. JUNI 2016

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Cappuccino-Index

Ein Index aus der Wirtschaft - im wahrsten Sinne des Wortes...

Aktualisiert am

04. März 2016 aus Bang Sapahn