Di

08

Nov

2016

Zwischenbericht aus Surats Haus...

 

Liebe Alle 

 

Unerwartet bin ich bereits in Kathmandu zurück.

Surat musste gestern und auf Drängen seiner Agentur früher nach Kathmandu, als uns lieb war... Aber es ist nun mal, wie es ist!

Heute Morgen um 05.00 Uhr Lokalzeit ist er bereits in Richtung Mount Everest Base Camp abgeflogen, wo er Gäste während eines 12-Tages-Trekkings betreuen wird.

Das ist der "Nachteil", wenn Surat in der Trekkingsaison Arbeit bekommt - er verdient damit aber auch einen wesentlichen Teil des Lebens der Familie. Und das ist dann wiederum ein entscheidender "Vorteil", wenn er Arbeit bekommt. Alles hat eben auch in Nepal mindestens zwei Seiten.

Ich hätte noch länger bei der Familie bleiben können - Monate, wollten sie mich noch beherbergen... Surats Vater wollte mich in einigen Tagen nach Kathmandu oder wenigstens bis nach Dhading zum Bus nach Kathmandu bringen, damit ich meinen Heimflug rechtzeitig erreiche und doch möglichst lange bei der Familie hätte bleiben können. Doch das hätte ihn - in dieser arbeitsintensiven Zeit der Reisernte und der Vorbereitung der Felder für den Gemüseanbau - ein bis zwei Tage Feldarbeit gekostet. Und das wollte ich nicht. Darum bin ich gestern mit Surat nach Kathmandu gereist. Nun habe ich noch einige Tage Zeit für mich in Kathmandu. Und das ist "grad gut so"!

Die Tage bei Surat und seiner Familie waren geprägt durch das Kommen-und-Gehen der Familienmitglieder. Das stand alles im Zusammenhang mit dem Tod des Grossvaters vor guten zwei Wochen (dazu später mehr).

Surats Frau Shiwani habe ich zu fotografieren verpasst. Sie reiste auch noch zu ihrer Familie, um sich von ihrem Vater zu verabschieden (siehe Blog unten). Es geht aber allen Familienmitgliedern gut. Sulav, Surats Neffe ist nun 2jährig und ein aufgeweckter Junge, der viele Flausen im Kopf hat... Ich habe mich darüber - ganz im Gegensatz zu seiner Mutter - sehr gefreut und amüsiert...

Das Wiedersehen mit Surat und seiner Familie war bewegend, sehr bewegend. Für mich - wie für sie. Wichtig für uns gegenseitig war dieses Treffen auch, um gegenseitig zu realisieren, dass es keine "Sternschnuppenaktion" war, die letztes Jahr stattgefunden hat - es ist mehr entstanden. Freundschaft - erweiterte Familie. Das trägt - trotz Sprachbarriere. Ich komme auch 2017 zurück. Ob ich bis dahin Nepali lernen kann?

 

Pa hat daheim aus meinen SMS einen Blogeintrag "geschustert", wie er es nennt. Den veröffentliche ich Euch nachstehend sehr gerne. Vor meiner Abreise aus Kathmandu versuche ich Euch dann noch präziser zu berichten: Vom Schwester-Bruder-Festival in der Familie von Ganesh, den ich vor meiner Abreise auch nochmals treffen werde. Und natürlich vom Besuch bei Surats Familie., dem Haus der Familie, der Reisernte, dem unglaublich harten Leben, welches die Familie fristet - sie arbeiten den ganzen Tag körperlich und sichern sich so gerade das Überleben - und sind damit in ihrer kleinen Welt zufrieden. Surats Vater - 52jährig - war z.B. in seinem Leben erst 4 oder 5x in Kathmandu...

Ich brauche aber nun zuerst noch etwas Zeit für mich, um das Erlebte setzen zu lassen!

 

Nachstehend aber vorerst mal den Blogeintrag meines Vaters - angereichert mit ersten Bildern von Surats Familie.

 

DANKE PA!! 

 

Herzlich und erfüllt aus Kathmandu!
Patrik Kirtap

 

 

Zwischen – Bericht

Von Pa aus den vielen SMS „zusammen geschustert“ / Fotos folgen bald

 

2.11.2016

Treff mit Surat in Katmandu

Anschliessend von Katmandu 4 anstrengende Stunden unterwegs nach Dhading – und in einem 2-ten VOLLEN Bus für eine weitere Stunde weiter ins Landesinnere gereist. Nach einem kurzen Fussmarsch die Schwiegereltern aufgesucht für die Übernachtung: HUCH – EINFACHSTENS!!!  Ärmlich, leben auf der Baustelle nach dem Erdbeben...

Surat wollte seinen Schwiegervater nochmals sehen. Dieser verreist nämlich in den nächsten Tagen nach Indien, wo er arbeitet. Er wird erst in einem Jahr wieder nach Nepal zu seiner Familie kommen können... Bis dahin ist die Mutter mit ihren drei jüngsten Töchtern, der über 80jährigen Grossmutter, den Reisfeldern und der Baustelle alleine...

 

3.11.2016

Eintreffen bei Surats Familie

Nach einer weiteren anstrengenden Busfahrt und anschliessendem Fussmarsch von 2 Stunden das Zuhause von Surat erreicht, wo ich traditionell und richtig herzlich empfangen werde von Surats Frau und Mutter - nicht nur mit einem, sondern mit 2 Blumenkränzen. Welche Freude – gegenseitig. Welch’ bewegender Moment.

Bin bestens „zwäg“.

Das Haus hat auch Fortschritte gemacht.

Eine erfrischende Dusche im Reisfeld an der Wasserstelle. Bin angekommen im nepalischen „Daheim“!

 

4.11.2016

Hallo Welt!

Hier alles bestens, ausser dass ich  NIX  machen darf.

Schon wenn ich Wasser hole – was ich durchaus kann! - löst das bei Surat und Familie die Reaktion aus: No! RELAX!

 

WWW-Verbindung bekomme ich trotz Nepal-SIM-Karte mit Datavolumen nur sehr unzuverlässig - daher per SMS.

Surat und Familie erwarten, dass ich bald einmal gemeinsam mit meinem Pa hier erscheine; im Frühling oder Herbst 2017. Schöne Aussichten!!!

Die Familie hat dieses Jahr eine gute Reisernte, die in vollem Gange und eine SEHR staubige Angelegenheit ist. Der immense Staub löst bei mir eine „wunderbare“ Heuschnupfenreaktion aus... Ich bin halt doch ein Stadtmensch...

Vor einem Jahr wurde der Stall bis zu meiner Abreise fast fertig wieder aufgebaut.

Heute stehen darin 2 Ochsen;  SEHR  WICHTIG  für die Feldarbeit!

Ebenso steht da eine trächtige Kuh und 3 Ziegen - 1 davon hat vor einer Woche 1 Böcklein zur Welt gebracht – die beiden anderen sollten dieser Tage auch werfen.

 

Das Haus hat auch gute Fortschritte gemacht.

Ich bin beeindruckt, was die Familie nebst der Feldarbeit (alles ohne eine einzige Maschinen!!) alles geleistet hat.

 

Der Garten konnte noch nicht erneuert / angelegt werden, muss noch warten.

 

Die Beschaffung eines Büffel-Muttertiers mit Kalb steht auch noch an.

Dazu muss aber der Stall angebaut werden.

 

Die Familie ging sparsam mit dem gespendeten Geld um und hat weiterhin Materialien des alten Hauses eingesetzt.

Zudem war die Beschaffung der Materialien lange Zeit schwierig und wird es auch zukünftig bleiben (Verfügbarkeit/Transport).

Ein Problem gilt es beim Haus noch zu lösen: Feuchtigkeit durchdringt die rückseitige Mauer vom Garten her. Doch der Plan zur Behebung vor der Regenzeit besteht und kann umgesetzt werden.

 

Die Familie scheint mir entspannter und solider im - aus meiner Sicht - nach wie vor harten Leben einer Reisbauernfamilie zu stehen.

Sie hat auch Perspektiven und Pläne für die weiterführende Ausbildung der jüngsten Tochter entwickelt. Dazu später mehr!

 

Mein Empfang war  SEHR  herzlich und ich bin tief bewegt darüber, was dank der Unterstützung der Spenderinnen und Spender hier ganz konkret und nachhaltig möglich geworden ist.  D A N K E !!

Ich schaue über das Tal hinaus: Links der Manaslu „Berg der Seele“, mit seinen 8136 Metern über Meer für mich riesig – und doch „nur“ der achthöchste Berg der Welt, dafür ein wichtiger und heiliger Berg.

Rechts der Ganesh Himal – sein höchster Gipfel ist mit etwas über 7000 Meter über Meer für mich noch immer eindrücklich hoch. Aber kein 8tausender mehr. Also in Nepal fast nur noch ein „Hügel“....

Ich stehe da, schaue also über das Tal hinaus. Emotionen überkommen mich. Ein Gedanke schiesst mir durch den Kopf: Patrik, da hast Du vor einem Jahr was ECHT GUTES lanciert!

 

Die Regierung hat bisher nur lächerliche Beträge ausbezahlt - 150.00 US-Dollars maximal pro Familie.

In den Nepal News wurde zudem berichtet, dass die Regierung Reis vernichten musste, der kurz nach dem Beben von Bangladesch gespendet wurde. Statt zu verteilen wurde dieser eingelagert bis er ungeniessbar wurde….

Korruption und die Abhängigkeit Nepals von Indien befruchten sich gegenseitig sehr zum Nachteil Nepals….

 

Surat war am Mittwoch, 3.11.2016, völlig entnervt, weil wir für eine Distanz von

80 KM mit dem völlig überfüllten ÖV-Bus einen ganzen Tag brauchten. Er meinte dazu:

In einem Europäischen Land braucht man dafür sicher keine 2 Stunden, da sei er sich sicher….

Nachdenklich wurde er, als ich ihm sagte, dass Zürich – Bern per Zug in 58 Minuten gemacht werde – und das sind doch mindestens 100 Km…

Dann meinte er: Ja Nepal kommt nicht vom Fleck, die Korruption….

Die Bevölkerung habe das böse Spiel längst durchschaut, sehe sich aber hilf- und machtlos. What to do???

Es gebe Stimmen, die sich den König zurück wünschten; denn unter dem König habe sich nur 1 Familie bereichert – nun bereicherten sich die Familien aller Parlamentsmitglieder! Das Parlament zählt 601 Mitglieder – man rechne….

 

Daher: unsere direkte Hilfe kam an und kommt weiterhin an!!! Dankbarkeit erfüllt mich darüber. Freude, wieder hier zu sein. Und ich realisiere wiederum einmal mehr, wie GUT wir es in Westeuropa, in der Schweiz haben – und wie wichtig die Unterstützung durch die Spenderinnen und Spender hier vor Ort war und bleibt...!

 

Herzlich Patrik

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Di

01

Nov

2016

TREKKING IN NEPAL...                                        AUF DEM WEG ZU SURAT UND SEINER FAMILIE...

Liebe Alle

Gerne berichte ich Euch von meinem Trekking. Morgen treffe ich Surat und dann reisen wir zu seiner Familie. Da werde ich nicht direkt online sein. So am 10.11.2016 werde ich dann aus Kathmandu berichten oder mal über mein Handy einen Newsletter verschicken, wenn das möglich sein sollte.

 

Hier aber mal der Bericht der ersten Tage in Nepal - es ist sehr schön hier, ich werde fürsorglich betreut von meinen nepalischen Freunden. Wunderbar: Was vor einem Jahr noch Zufallsbegegnungen waren, zeigt sich ein Jahr später als Freundschaft.

 

25. Oktober 2016

Pünktlich um 09.00 Nepali Time – also um 09.20 Uhr British Time oder Schweizer Zeit – werde ich im Guesthouse abgeholt. Also 20 Minuten später als vereinbart – aber wir sind in Nepal. Hier hat man Zeit. Alles geht „slowly, slowly“ – also „langsam, langsam“.

Kapil, mein Guide, steckte im Stau.

Wir fahren einige Kilometer durch Kathmandu und starten dann unser Trekking, welches mehr einer Wanderung gleicht, die es aber auch in sich hat.

Das Wetter ist drückend heiss. Der Aufstieg steil. Wir müssen direkt gegen 1000 Höhenmeter machen. So von „0 auf 100“ oder eben von „0 auf 1000“ fordert mich das unerwartet heftig und ich verfluche jedes einzelne Gepäckstück in meinem Rucksack. Erschwerend kommt hinzu, dass der Aufstieg über nicht enden wollende Treppen führt, deren Stufen unterschiedlich hoch – aber auf jeden Fall immer unangenehm hoch – sind. Wie schaffen das die Nepali, welche in aller Regel doch viel kleiner als ich sind und damit auch die kürzeren Beine haben?

In einem Reisbauerndorf fragt Kapil eine Gruppe junger Männer, ob sicher einer als Porter ein Zubrot verdienen möchte. Keiner ist motiviert – lieber „hängen sie rum“ und rauchen. Einer erbarmt sich meiner dann doch noch und bietet mir an, meinen Rucksack für 5000 Rupees nach Chisapani zu tragen(Chisapani bedeutet übrigens: Kaltes Wasser – auf dem Annapurnatrekking freute ich mich ja auf Tatopani: Heisses Wasser). 50 Franken? Viel zu teuer! Ich gehe weiter und entscheide, mein Gepäck selber zu tragen – schliesslich habe ich es auch selber gepackt. Ich bin keine fünf Schritte gegangen, da bietet sich ein „älterer“ Herr als Porter an, der die Szene von seinem Reisfeld aus beobachtet hat. Er verlangt aber noch immer 2000 Rupees – also 20 Franken. Das ist in etwa der Tageslohn eines Porters im Annapurna, wenn ich mich richtig erinnere.

Hm – hier hat der Porter aber nur einen halben Tag zu tragen – muss aber seine Reisernte unterbrechen. Ich willige ein. Er verdient zwar sehr gut – aber er soll belohnt werden, weil er die Arbeit nicht scheut!

So erreiche ich unerwartet leicht Chisapani.

Bei der Ankunft sticht ein grosses, schräg liegendes Haus ins Auge. Das Erdbeben vom April 2015 hat es zum „einknicken“ lassen. Die Besitzer haben alle verwertbaren Gegenstände wie Fenster etc. zwischenzeitlich herausgebrochen und sollen es für ein anderes Haus, an einem neuen Standort verwendet haben. So übersetzt mir Kapil die Informationen des lokalen Porters. Das „eingeknickte Haus“ werden sie zerfallen lassen. Denn: Es sei illegal auf Land der Regierung gebaut worden. Sie bekommen keine Erlaubnis für den Wiederaufbau ihres ehemals grossen Hotels.

Gleich neben dem eingeknickten Hotel steht ein „zerfallenes“ Bungalow-Resort, welches früher auch mal Trekker beherbergt haben soll. Dieses wurde aber nicht durch das Erdbeben zerstört – vielmehr durch die Regierung. Denn auch dieses Resort soll illegal aufgebaut und von der Regierung daher bewusst unbrauchbar gemacht worden sein. Auch hier lassen die Besitzer einfach alles verrotten. Sieht nicht wirklich hübsch aus, in der sonst so grünen und friedlichen Landschaft.

Wir finden ein einfaches, typisches Zimmer in einem kleinen Guesthouse – nepalische Toilette und kaltes Wasser auf dem Flur. Früher gehörte der Betreiber-Familie ein grosses Hotel am gleichen Standort. Doch haben sie dieses im Erdbeben im April 2015 verloren. Zwischenzeitlich konnten sie sich immerhin eine Art Provisorium aufbauen und vermieten wieder Zimmer.

Meine Frage, ob denn von der Regierung noch kein Geld ausbezahlt worden sei, erhalte ich immer die gleiche Antwort: Unsere korrupte Regierung zahlt doch keine Gelder aus. 1500 Rupees sollen stark betroffene Familien erhalten haben – 150 Franken. Damit macht man selbst in Nepal keine grossen Sprünge...

Mich beschleicht eine leise Wut. Ich habe damals von unterwegs von meinem knappen Reisebudget bei der Glückskette in der Schweiz auch für Nepal gespendet – und nun sind diese Gelder offensichtlich weiterhin blockiert...  Ich muss da mal bei der Glückskette in der Schweiz nachfragen, wo das Geld steckt... Freude erfüllt mich, dass wir im November 2015 Surats Familie direkt helfen konnten. Das war eine gute Aktion! Einfach und direkt! An dieser Stelle nochmals ein grosses DANKESCHÖN an alle Spenderinnen und Spender!

 

Ich wasche mich nepalisch mit kaltem Wasser und bin froh, dass ich so viele warme Kleider im Rucksack habe. Der Abend wird im ungeheizten Speisesaal recht frisch. Ich plaudere lange mit einer jungen Frau aus Deutschland. Sie arbeitet als Flight Attendant für eine in Dubai beheimatete Airline und ist für einige Tage von Dubai nach Nepal geflogen, um das gleiche Trekking zu machen wie ich. Spannend! Wir treffen uns am nächsten Tag unterwegs wieder.

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Mo

31

Okt

2016

Zurück in Kathmandu - Vol. 1

Liebe Alle

 

Ich bin wohlbehütet in Kathmandu zurück. Etwas müde - aber das gehört sich so...

 

Ich lade Euch als erstes einige Fotos hoch, damit Ihr gut in die neue Arbeitswoche starten könnt...

 

Mehr Fotos und Text folgen dann im Verlauf des heutigen Tages.

Da Ihr nun ja wieder Winterzeit habt in Europa, ist die Zeitdifferenz für mich grösser geworden - hier ist es bereits 10.47 - während Ihr Euch erst so langsam aus dem Federn quält...

 

Auf dem Trekking haben es mir einmal mehr vor allem die Menschen und ihre Gesichter angetan - da geht mir jeweils einfach das Herz auf...

 

Bis später - ich gehe nun bald die (hoffentlich) warme Dusche geniessen. Eine solche hatte ich nämlich seit einigen Tagen nicht mehr... Das Reisefeeling ist zurück... 

 

Herzlich aus Kathmandu

 

Patrik Kirtap

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So

23

Okt

2016

Ankunft in Kathmandu Oktober 2016...

23. Oktober 2016

Liebe Alle

 

Nachdem gestern Morgen noch ein Familientreffen am Flughafen Zürich stattgefunden hat - meine Schwester flog am gleichen Morgen ebenfalls ab Zürich ZRH in die Weite Welt und wir haben uns noch mit unseren Eltern zum Café in ZRH getroffen... - startete also meine Reise nach Nepal. Ich war schon etwas aufgeregt - nervös - angespannt - voller Fragen - wie wird es werden - wie ist es, wieder nach Nepal zu kommen - romantisiere ich zu viel?

Auf dem Flug via Istanbul wurden viele Erinnerungen wach. An den Flug damals Anfang Oktober 2015 von Bishkek via Istanbul nach Kathmandu. Und wieder habe ich auf der im Flieger projizierten Weltkarte viele Städte erkannt, welche auf Passpartus und meiner Reiseroute lagen, damals 2015... 

Ich kam auch noch mit einer netten Schweizerin ins Gespräch, welche auf dem Weg nach Tabriz im Iran war - und das weckte wiederum Erinnerungen. Und ich schwärmte dieser Frau in den höchsten Tönen vom Iran vor.

So geht das halt, wenn man auf den Wegen seiner früheren Reisen unterwegs ist: Erinnerungen werden wach. Erinnerungen, welche mir keiner nehmen kann - perfekt investierte Zeit - perfekt investierte Ersparnisse! Wunderbar! Alles richtig gemacht!

 

Um 06.30 Uhr bin ich nach einem "eiskalten" Nachtflug in Kathmandu gelandet. Im Flieger war es nämlich so kalt, dass ich meine Daunenjacke aus dem Handgepäck kramen und anziehen musste - oder war es einfach mein Reisefieber, welches mich so schauderhaft hat frieren lassen? Andere Passagiere sassen nämlich im TShirt und kurzen Hosen im Flieger...

 

Wie auch immer: 

In Kathmandu bin ich nicht einfach "gelandet" - ich bin ein Stück weit heimgekehrt! Am Flughafen bin ich nämlich freudig und aufgeregt von Ganesh empfangen worden. Ganesh ist der Inhaber der Trekkingagentur, über welche ich 2015 mein Annapurnatrekking gebucht habe und der mir Surat als Guide vermittelt hat - damit fing ja alles an...

Ganesh holte mich also am frühen Morgen am Flughafen ab und streifte mir zur Begrüssung gleich einen traditionellen Kranz orangener Tagetes über - das bringt Glück und ein langes Leben.

Surat ist ja noch auf einem Trekking in den Bergen - ich werde ihn Anfang November treffen.

Kaum im Auto ging Asien los. Der Fahrer hupte quasi schon, bevor er den Motor gestartet hatte - wobei in Nepal der Verkehr im Vergleich zu Indien geradezu europäisch fliesst. Nein, die Nepali sind vernünftige Leute und fahren ebenso Auto - setzen einfach die Hupe aktiver ein, als wir Schweizer. Alles im dunkelgrünen Bereich!!

Unterwegs zum Guesthouse habe ich von Ganesh erfahren, dass Birendra, der Besitzer des Guesthouses, im Juni 2016 unerwartet verstorben sei. Das hat mich doch traurig gestimmt! Ich habe 2015 viel mit ihm gelacht - oder er mit mir, weil ich damals meine Abreise aus Kathmandu ja täglich auf den nächsten Tag verschoben habe. Zum Abschied hat er mir damals einen Gebetsschal um den Hals gelegt und mir damit viel Glück und Gesundheit auf meinen Wegen gewünscht. Er konnte nicht so richtig glauben, dass ich tatsächlich mit Passpartu nun nach Indien und weiter nach Singapur reisen wollte. Sorgte sich auch etwas um mich und bat mich, bald wieder nach Kathmandu zu kommen...

Diesen Gebetsschal habe ich sorgafältig aufgehoben und auf der ganzen Reise gehütet, wie meinen Augapfel. Nun ist Birendra, der sich um mich sorgte, gestorben, als ich in die Schweiz heimkehrte. Keiner weiss, wie lange er bleiben kann...

 

Tja - Nepal ist Nepal. Hier geht das Leben immer weiter. Irgendwie!

Ich habe im Holyland Guesthouse "mein Zimmer" wieder bekommen, in welchem ich bereits 2015 wohnte. Warmes Wasser gibt es in der Dusche immer - sofern es warmes Wasser gibt. Ebenso geht es mit dem Strom. Strom gibt es selbst in der Hauptstadt immer - also immer dann, wenn es eben Strom gibt. Ganz einfach und logisch!

Der Wechsel in diese Welt fiel mir leichter, als ich nach 6.5 Monaten Europa glaubte. Die kühle Dusche nach dem langen kalten Flug weckte mich nach einem "Vormittagsschlaf". In neuer Frische ging es dann zu Ganesh in seine Agentur. Dort hat er mir - wie bereits auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt besprochen - ein 7-Tages-Trekking vorbereitet: Ich trekke nach Nagarkot - dort sollte ich sogar den Gipfel des Everest erkennen können....

Morgen geht es bereits los. Ich freue mich.

Am 31. Oktober 2016 komme ich nach Kathmandu zurück und werde Euch dann Bilder von diesem Trekking hochladen können. 

Am 01. November 2016 bin ich bei Ganesh und der Familie seiner Schwester zu einem wichtigen Hindu-Fest eingeladen. Darauf freue ich mich auch sehr. Anlässlich dieses Festes empfangen die Brüder die guten Wünsche ihrer Schwestern. Es ist ein so wichtiges Fest, dass sogar Ganesh' Schwager aus Saudi Arabien nach Nepal zurück reist. Er arbeitet dort - ich hoffe, zu anständigen Bedingungen...!

Und dann sollte ich am 02. November 2016 Surat treffen können - hoffe sehr, dass das alles klappt!

Herzliche Grüsse aus Kathmandu, wo ich bei Frühlingstemperaturen in TShirt und Sandalen durch die Stadt schlendere und mir bewusst bin, wie priveligiert ich durch mein Leben gehen darf - ... - bin wohl tatsächlich im Sternzeichen des Glückspliz geboren...

Herzlich

Patrik Kirtap

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23. JUNI 2016

65 Wochen

unterwegs... 

 

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02. Juni 2016

14 MONATE UNTERWEGS

 

SELFIEGALERIE

 

* * * 

 

***JUBILÄUM***

 

31.03.2016

52 WOCHEN

ON THE ROAD

Johor Bahru (Malaysia)

 

24.03.2016

Gründonnerstags-

Jahres-Jubiläum

(Malaysia)

 

02.10.2015

6 Monate

unterwegs

Bishkek (Kirgistan)

 

Cappuccino-Index

Ein Index aus der Wirtschaft - im wahrsten Sinne des Wortes...

Aktualisiert am

04. März 2016 aus Bang Sapahn